Das Birgittenkloster in Altomünster

Kloster AltomünsterVon Maria Mai aus wurde als drittes Birgittenkloster im heutigen Bayern Altomünster gegründet. Dieses alte Kloster im Bistum Freising, benannt nach dem im 8. Jahrhundert bezeugten hl. Alto, Einsiedler und Bischof des 8. Jahrhunderts, war ehemals von nach Weingarten umgezogenen Benediktinern, später von Benediktinerinnen bewohnt. Ihr Aussterben kam den Klostergründungsplänen Herzog Georgs des Reichen von Bayern-Landshut (reg. 1479-1503) entgegen. Angeregt durch Ritter Wolfgang von Sandizell, einem Laienbruder in Maria Mai, gab er die Pläne einer Gründung in Landshut (1485) zugunsten des Überganges Altomünsters an den Birgittenorden auf. Die päpstliche Erlaubnis datiert von 1488, die Stiftungsurkunde des Herzogs von 1496. Im folgenden Jahr kamen 15 Nonnen und mehrere Priester aus Maria Mai. Schon 1500 wurde Altomünster selbständig. Die Rekrutierungsbasis blieb zunächst wie beim Mutterkloster städtisch. Die ersten vier Äbtissinnen (1500-1530) stammten aus Nürnberg, Nördlingen und Augsburg.

Entscheidend wurde der Eintritt des berühmten Dompredigers von Augsburg, Johannes Hausschein (1482-1531), lateinisch Oekolampadius, der nach kaum zwei Klosterjahren (1520-1522) das Kloster verließ, um als Reformator in Basel zu wirken. Der Freisinger Bischof Philipp von der Pfalz (reg. 1488-1541) hatte den ehemaligen Augustinerprior Johannes Palgmacher (gest. 1542) 1519 nach Altomünster geholt und ihn zum Prior wählen lassen. Unter ihm und der Äbtissin Ottilia Öffler aus Wemding (reg. 1530-1557) festigte sich der Widerstand gegen die Reformation. Später konnten die Beschlüsse des Konzils von Trient durchgeführt werden.

Der Dreißigjährige Krieg brachte dem Kloster großes Leid (Äbtissin Apollonia Wager, reg. 1634-1649). Mit dem Prior Simon Hörmann (reg. 1669-1701) kam ein großartiger pastoraler und religiöser Einsatz im Sinne barocker Frömmigkeit zum Tragen, mit der erneuten Drucklegung der Offenbarungen (1680) und der monastischen Union mit den Birgitten im Rheinland (Generalkapitel von Köln 1675). Der historisch und theologisch bedeutende Prior Jakob Scheckh (reg. 1724-1755) setzte diese Entwicklung fort. Die Klosterkirche erbaute 1763-1766 Johann Michael Fischer (1692-1766) neu. In den Jahren 1693-1798 versorgten zwei Priester aus Altomünster seelsorgerlich das Haus der hl. Birgitta in Rom.

Das Kloster wurde 1803 aufgehoben und verlor Besitz und Bibliothek, die Nonnen verblieben jedoch ohne Klostergelübde in ihren Gebäuden. König Ludwig I. (1786-1866, reg. 1825-1848) erlaubte 1841 der auf vier Nonnen zusammengeschmolzenen Gemeinschaft, wieder Novizinnen aufzunehmen. Die Blüte der folgenden 90 Jahre ruhte auf einer vorwiegend ländlichen Rekrutierungsbasis. Über die Jahrhunderte beherbergte Altomünster im Durchschnitt um die 30 Nonnen und 15 Priester und Brüder, letztere nur bis 1803. Die nationalsozialistische Haltung zu Religion und Glaube brachte die Klostereintritte zum Stillstand. Der heutigen Existenzbedrohung des Klosters wirken Kontaktaufnahmen zu anderen Birgittenklöstern entgegen.

Die Heilige Birgitta lebte im 14. Jahrhundert in Schweden. Aus ihren schriftlichen Überlieferungen, Visionen genannt, geht hervor, daß sie die Blumen, Kräuter und Bäume über alles schätzte und ihrem Herrn für die Vielfalt und die Schönheit als Geschenk an die Menschen in tiefer Frömmigkeit dankte. Vor allem die Frühlingsanemonen, Rosen (z.B. die Birgittenrose im Klostergarten Altomünster, deren grüne Blätter ebenfalls duften) und der Birgitten-Apfelbaum waren ihre Lieblingspflanzen.

Das St. Birgitta-Kloster in Altomünster bestand früher aus einer Nonnenklausur und einem Männerkonvent, der im Zuge der Säkularisation 1803 aufgelöst wurde. Heute exisitiert im St. Birgitta-Kloster nur noch die Nonnenklausur.

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